Wie reagiert man auf dreiste Lügen, die darauf abzielen, Grundängste in Menschen zu schüren?

Wie geht man mit Menschen um, die genau solche Lügen benutzen, um andere zu manipulieren und sie von ihrem Anliegen zu überzeugen?

Auf die erste Frage haben wir eine Antwort: Sie heißt Aufklärung. So setzen wir uns schon seit unserer Gründung vor bald eineinhalb Jahren argumentativ mit Sorgen und Ängsten Freiburger Bürgerinnen und Bürgern auseinander und versuchen Unwissen aufzuklären, Stammtischparolen zu erklären und schwache Argumente weiter zu entkräften.

Dass dies auch der richtige Weg ist, sollte jedem klar sein.

Dafür, wie man aber nun mit Menschen umgeht, die solche Lügen verbreiten, haben wir bis heute keine finale Antwort gefunden.

Nachdem wir recht früh, eigentlich schon seit dem Beginn der Diskussion um einen Stadion-Neubau, mit dem Problem konfrontiert wurden, haben wir uns dazu entschieden, diese Menschen zu ignorieren. Im gleichen Zug haben wir die angesprochenen Themen für uns genutzt, um die Bürgerinnen und Bürger aufzuklären und ihnen die Unschlüssigkeit und Irreführung aufzuzeigen. Dieser Linie sind wir bis heute auch treu geblieben.

Was sich aber nun in den letzten Tagen in Freiburg abgespielt hat, können auch wir nicht mehr unkommentiert lassen.

So hängen nun im gesamten Stadtgebiet Plakate, auf denen gesagt wird, dass falls der Wähler beim Bürgerentscheid nicht mit „Nein“ stimmt und das Stadion am Wolfswinkel gebaut wird, der Landeplatz des Rettungshubschraubers der DRF wegfällt. Somit wird eine lebensrettende Institution gegen einen Stadion-Neubau gestellt. Dass der Rettungshubschrauber zum Landen lediglich eine 20 auf 20 Meter große Fläche benötigt und sich seine Basis am gegenüberliegenden Ende des Flugplatzes befindet, wird selbstredend nicht erwähnt. Dass der Rettungshubschrauber trotz eines Stadion-Neubaus an seinem jetzigen Standort bleiben könnte, natürlich auch nicht.

Somit wird der Betrachter des Plakates eindeutig in die Irre geführt, angelogen und damit verunsichert. Dass für dieses Verhalten niemand öffentlich Stellung beziehen will, wird spätestens dann klar, wenn auf den Plakaten selbst kein Urheber zu finden ist.

Wir verurteilen solch ein Verhalten aufs Schärfste. Wer mit Lügen auf Stimmenfang gehen muss, sind schon lange die Argumente ausgegangen. Wer dann auch nicht einmal dafür Verantwortung übernehmen kann, ist sich schon im Vorhinein klar, welcher Mittel er sich hier bedient.

Stadion in Freiburg, 18. Januar 2015

2 Kommentare
  1. Jens sagte:

    Ich würde es begrüßen, wenn alle PRO und CONTRAs betrachtet werden.

    Hierzu gehören u. a. auch ehrliche Antworten auf Fragen, wie z. B.:
    Wenn ein Stadion gebaut, sollte ehrlich gesagt werden, woher das Geld kommen soll bzw. wo Geld eingespart werden soll?
    Was passiert mit dem alten Stadion; wurde diese Fläche bereits teuerst unter der Hand verkauft?
    Ist der geplante Standort für den Neubau der Richtige, da dort die Fläche auch stark eingeschränkt ist?
    Warum muss die Kommune für die Belange eines Bundesligisten einstehen, der ja ohnehin Kosten für die Allgemeinheit verursacht (z. B. Polizei-Einsätze)?
    Warum soll der SC auf ein neues Stadion angewiesen sein, da es ja in den letzten Jahren auch geklappt hat?

  2. Initiative Stadion in Freiburg sagte:

    Hierzu gehören u. a. auch ehrliche Antworten auf Fragen, wie z. B.:
    Wenn ein Stadion gebaut, sollte ehrlich gesagt werden, woher das Geld kommen soll bzw. wo Geld eingespart werden soll?

    Der SC zahlt das Stadion selbst. Die Stadt übernimmt lediglich die Kosten für die Infrastruktur, die nicht nur dem Stadion zugute kommt, sondern z.B. auch der Messe oder der Uni. Nach derzeitiger Planung wären das in einem Zeitraum von 6 Jahren nicht einmal 6 Millionen Euro pro Jahr. Wenn man diese Kosten mit anderen infrastrukturellen Baumaßnahmen in der Stadt vergleicht, ist das nicht viel.

    Was passiert mit dem alten Stadion; wurde diese Fläche bereits teuerst unter der Hand verkauft?

    Die Fläche ist Eigentum der Stadt, so dass der SC diese nicht verkaufen kann.

    Ist der geplante Standort für den Neubau der Richtige, da dort die Fläche auch stark eingeschränkt ist?

    Ob der Standort der Richtige ist können wir nicht sagen. Auf jeden Fall gibt es unter den zur Auswahl stehenden keinen besseren.

    Warum muss die Kommune für die Belange eines Bundesligisten einstehen, der ja ohnehin Kosten für die Allgemeinheit verursacht (z. B. Polizei-Einsätze)?

    Weil die Stadt in vieler Weise vom SC profitiert. Zum Beispiel finanziell, aber auch kulturell. Zudem zahlt der SC das Stadion selbst (siehe oben). Die Erschließungsstraße wird beispielsweise auch an Nicht-Spieltagen von Autofahrern genutzt. Warum sollte der SC die Kosten für so eine Straße übernehmen?

    Warum soll der SC auf ein neues Stadion angewiesen sein, da es ja in den letzten Jahren auch geklappt hat?

    Auch uns tut es leid, dass der Standort an der Schwarzwaldstraße keine Zukunft hat. Leider bleibt dem SC keine andere Wahl. Durch einen rechtlichen Vergleich zwischen der Stadt und den Anwohnern, ist am jetzigen Standort die Zuschaueranzahl auf 25.000 begrenzt. Das Dreisamstadion kann somit nicht erweitert, lediglich Schritt für Schritt während laufendem Spielbetrieb umgebaut werden. Dies hätte zur Folge, dass der Sport-Club mehrere Jahre auf Teile der Ticketeinnahmen verzichten müsste. Gleichzeitig müssten Millionen in den Umbau investieren werden, ohne daraus Profit zu ziehen. Als Folge wäre der Verein unter anderem gezwungen, seine Ticketpreise zu erhöhen, um den Verlust zu kompensieren. Zudem ist es äußerst fraglich, ob ein Umbau, selbst bei einer Kapazität von maximal 25.000, an der Schwarzwaldstraße überhaupt baurechtlich genehmigt werden könnte. Schließlich wohnen die nächsten Anwohner hier nur 30 Meter von der Südtribüne entfernt.

Kommentare sind deaktiviert.